Die versuchte Einflussnahme der US-Regierung auf die Notenbank (Forderung Entlassung Jerome Powell) geht auf internationaler Ebene mit einem Vertrauensverlust und Verstärkung des Kapitalabzugs aus den USA einher. Der Aktienmarkt und auch der US-Dollar verliert massiv an Wert, so dass die Verluste für europäische Anleger, die im Dollar-Raum investiert sind, verstärkt werden. Dies hat weitere Liquidationsverkäufe zur Folge, die sich auf der kurzfristigen Zeitschiene fortsetzen sollten, da das Vertrauen in die US-Regierung ingesamt stark angeschlagen ist. Auch in den USA wird seitens der institutionellen Marktteilnehmer zunehmend Cash aufgebaut und laut der aktuellen April-Umfrage der BoA gehen mittlerweile nahezu 50% der Fondsmanager von einem Hard-Landing Szenario (Rezession) aus.

Trotz laufender Verhandlungen (z.B. Kanada, Japan, Indien, Großbritannien) sind bislang keine Deals verkündet worden, was dem Umstand zu verdanken ist, dass die US-Handelspartner insgesamt einen harten Kurs einschlagen, um der US-Regierung möglichst wenig Zugeständnisse zu machen. China steht im Handelskrieg seitens der US-Regierung besonders stark im Fokus und es fällt auf, dass die chinesische Führung eine extrem harte Strategie umsetzt, die neben Konterzöllen auch Maßnahmen (z.B. Seltene-Erden Export-Stop) beinhalten, die eine Unterbrechung von Lieferketten (z.B. in der globalen Automobilindustrie) zur Folge haben könnte.

Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der aktuellen negativen Entwicklung der Finanzmärkte der Handlungsdruck auf die US-Regierung in den nächsten Tagen/Wochen zunehmen wird. Eine besondere Rolle als Krisenindikator nimmt hierbei der US-Anleihemarkt ein, der eine wesentlich stärkere Bedeutung hat als der Aktienmarkt.

Die marktabhängige Aktienquote im Trend-Surfer Wikifolio ist aktuell mit ca. 40% sehr gering und das Portfolio ist weiterhin nur auf den deutschen Aktienmarkt konzentriert, der sich der Abwärtstendenz der US-Aktien nicht entziehen kann, jedoch bislang zumindest relative Stärke aufweist.