Der S&P 500 Index notiert aktuell nur knapp unter seinem Rekordhoch, was auf den ersten Blick wie eine stabile Marktsituation aussieht. Die Betrachtung der Marktstruktur zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild. Seit Mitte August ist der Anteil der S&P-500-Aktien, die oberhalb ihrer 50-Tage-Linie notieren, von gut 70 % auf nur noch rund 25 % eingebrochen.

Noch klarer wird das Bild, wenn man die KI-Werte herausrechnet. Der S&P 500 ohne KI-Aktien hat seit Ende August rund 7 % verloren und ist auf das Niveau vom Sommer zurückgefallen, während der Gesamtindex kaum nachgegeben hat. Getragen wird der Markt von einer kleinen Gruppe von Index-Schwergewichten (z.B. Meta, Nvidia,…), während die breite Masse der Aktien deutliche relative Schwäche zeigt. Die Marktbreite bleibt damit ausgesprochen schlecht, und zahlreiche Einzelwerte weisen intakte Abwärtstrends auf.

Die Ursachen hierfür liegen vor allem im makroökonomischen Umfeld, ausgehend von der anhaltenden Iran-Krise. Der Ölpreis hat in den letzten Wochen zwar kein neues Jahreshoch mehr markiert, befindet sich jedoch weiterhin auf hohem Preisniveau. Die Strom- und Gasnotierungen weisen hingegen neue Jahreshochs auf und im Chemiesektor gibt es ebenfalls deutliche Preiserhöhungen, da die Lieferketten aufgrund der Iran-Krise gestört sind. Zusammen mit den Teuerungen im KI-Bereich(Halbleiter, Elektronikkomponenten) führt dies zu steigenden Inflationsraten. Die Notenbanken reagieren darauf mit Zinserhöhungen, was auf breiter Front Gegenwind für Aktien darstellt, da sich die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen und sichere Zinsanlagen für Anleger wieder attraktiver werden.

Neben diesen dargestellten negativen Faktoren besteht zusätzlich noch die Gefahr, dass sich zwischen der EU und China eine Art Handelskrieg bildet. China will seine günstigen Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge in Europa absetzen und die EU will hingegen ihre eigene Industrie schützen. Sie hat China zu einer freiwilligen Begrenzung der Hybrid-Exporte aufgefordert und droht andernfalls mit eigenen Maßnahmen wie Zöllen und Einfuhrbeschränkungen. Peking lehnt dies als WTO-widrig ab und droht erneut mit dem Thema „kritischen Rohstoffe“. Bei Seltenen Erden und anderen strategischen Materialien hat China mit Exportkontrollen bereits gezeigt, wie schnell europäische Lieferketten unter Druck geraten können.

Vor der Hintergrund der negativen Vorgaben im Aktiensektor bleibt die Cash-Quote im Trend-Surfer Wikifolio relativ hoch und neue mittelfristige Positionen sind erst dann geplant, wenn sich die Marktbreite wieder spürbar verbessert. Bis dahin stehen Kapitalerhalt und konsequentes Risikomanagement im Vordergrund.

Das Trend-Surfer Wikifolio besteht aktuell aus 16 Einzelwerten und den folgenden Trends:

Die Cash-Quote liegt aktuell bei 30,7%, der Anteil der Absicherungen bei 0,6%.