Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen einen weiteren geopolitischen Schock verarbeitet. Der Ausbruch der Iran-Krise Ende Februar führte zunächst zu einer deutlichen Risk-Off-Bewegung, weil die Märkte einen neuen Energiepreisschub, höhere Inflation und Belastungen für das globale Wachstum einpreisten. Besonders Europa ist in diesem Umfeld verwundbar, da die Region energieabhängiger ist als die USA. Zwar haben die globalen Aktienmärkte inzwischen einen Großteil der ersten Verluste wieder aufgeholt, die europäischen Börsen liegen aber weiterhin unter dem Niveau vor Kriegsausbruch.

Besonders betroffen waren in den letzten Wochen die Sektoren Tourismus, Luftfahrt und Konsum. Hohe Energiepreise, knappe Kerosin-Versorgung und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten haben einen negativen Einfluss auf die Gewinnmargen der Unternehmen und in zahlreichen Fällen muss der Ausblick gesenkt werden.

Relative Stärke zeigen derzeit vor allem Energie, Rohstoffe sowie Technologiewerte aus dem Halbleiter- und KI-Infrastrukturbereich. Der Energiesektor profitierte temporär von höheren Ölpreisen und bei europäischen Chipwerten mehren sich die Signale einer zyklischen Erholung. Zusätzlich gewinnt das Thema Energieunabhängigkeit weiter an Bedeutung, was sich in einer deutlich anziehenden Nachfrage nach Solar- und Speicherlösungen in Europa zeigt.

Die weitere Entwicklung der Märkte dürfte nun maßgeblich davon abhängen, wie schnell der Konflikt eingedämmt oder gelöst werden kann. Die aktuelle Marktreaktion spricht dafür, dass viele Marktteilnehmer derzeit von einer Entspannung innerhalb der kommenden Wochen ausgehen und deshalb trotz der geopolitischen Risiken bislang keine nachhaltige Panik eingepreist wird.

Das Trend-Surfer Wikifolio besteht aktuell aus 15 Einzelwerten und den folgenden Trends:

Die Cash-Quote liegt aktuell bei 12% und das Niveau der Absicherungen (gegen fallende Kurse) beträgt 5,3%.